Biokunststoffe

Kunststoffe und Biokunststoffe

Kunststoffe werden üblicherweise aus nicht-nachwachsenden Rohstoffen wie Erdöl oder Gas gewonnen. Kunststoffe werden bis zu einem gewissen Grad recycelt und wiederverarbeitet. Jedoch enden Kunststoffe häufig auch auf Mülldeponien, in der Umwelt oder sie werden in Verbrennungsöfen in Energie umgewandelt. Dies hat zur Folge, dass fossile Kohlenstoffträger bei Ihrer Verbrennung die Menge an Treibhausgasen in der Atmosphäre erhöhen.

Seit mehreren Jahren gibt es Bemühungen, Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen zu etablieren. Hierfür wird zumeist Zellulose, Stärke oder Zucker als Ausgangsstoff verwendet, welcher wiederum aus Mais, Getreide oder Kartoffeln gewonnen wird. Der Einsatz von Lebensmittelbiomasse hat zur Folge, dass die Agrarflächen, welche für den Anbau von Lebensmittelagrarerzeugnissen geeignet sind, für die Herstellung von Nicht-Lebensmitteln verbraucht werden. Als Konsequenz steht die Herstellung von Biokunststoffen im Konflikt mit der Erzeugung von Lebensmitteln.

Unser Anspruch ist es, Biokunststoffe aus Nicht-Lebensmittelpflanzen zu erzeugen. Der Ausgangsstoff hierfür ist verholzte – lignocellulosehaltige – Biomasse, das heißt Biomasse, welche Cellulose, Hemicellulose sowie Lignin enthält. Somit wird die Pflanze und nicht deren Früchte verwertet. Unser exklusiver Technologiepartner GREEN SUGAR hat ein einzigartiges Aufschlussverfahren für lignocellulosehaltige Biomassen entwickelt, welches Zucker aus der Cellulose sowie der Hemicellulose separiert, um daraus in einem nächsten Schritt Biokunststoffe herzustellen.

Definition und Einsatzgebiete

Unter Biokunststoffen werden biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffe gruppiert, wobei letztere nicht zwingend aus nachwachsenden Rohstoffen stammen müssen. Die biologische Abbaubarkeit ist also nicht von der Rohstoffbasis abhängig. Biologisch abbaubar ist ein Kunststoff gemäß EN 13432 dann, wenn es sich innerhalb von 180 Tagen vollständig biologisch abbauen lässt. Kompostierbare Materialien hingegen müssen sich innerhalb von 90 Tagen in industriellen Kompostieranlagen biologisch abbauen lassen.

Es gibt somit biologisch nicht abbaubare Kunststoffe, biologisch abbaubare Kunststoffe aus fossilen Rohstoffen und biologisch abbaubare Kunststoffe aus nachwachsenden Rohstoffen.

Polylactid bzw. Polymilchsäure (PLA) ist ein biologisch abbaubarer Polyester, welcher in zunehmendem Maße in der Verpackungsindustrie eingesetzt wird. Im Vergleich zu Polyhydroxyfettsäuren (PHB, PHV) hat PLA den Vorteil, dass es als transparentes Verpackungsmaterial verarbeitet werden kann und eine hohe Festigkeit besitzt. Darüber hinaus lässt es sich in Kunststoffverarbeitungsanlagen energieschonender als herkömmlicher Kunststoff formen. So lässt sich PLA zu Blasfolien, Flachfolien, Spritzgieß- und Tiefziehprodukten weiterverarbeiten.

Speziell im Anwendungsbereich schnelllebiger Konsumgüter (Fast Moving Consumer Goods – FMCG) kann biobasiertes PLA eingesetzt werden. Der Lebensmittelsektor, die Kosmetikindustrie, und Verarbeiter anderer kurzlebigen Verpackungen suchen bereits heute nach neuen Verpackungslösungen aus Biokunststoffen.

Biobasiertes PLA bietet große Vorteile für die Umwelt und das Klima. Unternehmen, die bereits heute Biokunststoffe einsetzen, setzen großen Wert auf eine nachhaltige Ökobilanz. Die Substitution von herkömmlichem Kunststoff mit Biokunststoffen reduziert den CO2-Fußabdruck eines Unternehmens erheblich. Des Weiteren ist die Anwendung von Biokunststoffen Ausdruck eines unternehmerischen Pionier-Geistes, welcher Verantwortung für die Umwelt und zukünftige Generationen beschreibt.